Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin (Botox)

Botulinumtoxin Typ A ist als „Botox“ weltbekannt. Carruthers, eine kanadische Ärztin, hatte entdeckt, dass Patienten, die langzeitbeatmet wurden kaum noch Falten hatten, da Sie keine mimischen Bewegungen ausführten. Durch Muskellähmung heben sich die Falten wieder an, die in einem 90° Winkel zu den darunter liegenden Muskeln gebildet werden. Eine typische Lokalisation ist die Zornesfalte zwischen den Augen in der Stirnmitte, lähmt man mit Botulinum Toxin den darunter liegenden Muskel, verschwindet die Falte.

Es ist richtig, dass es sich um ein Gift handelt. Bestimmte Bakterien können dieses z.B. bei verdorbener Wurst bilden. Daher kommt auch der lateinische Name Botolinumtoxin (botulus = Wurst und toxin = Gift). Neben dem Einsatz zur Faltentherapie ist die Substanz hochwirksam gegen viele Krankheiten, die mit einem erhöhten Muskeltonus einhergehen. „Botulinumtoxin A ist für einige Krankheiten sogar die einzig sinnvolle Therapie, etwa beim sogenannten Schiefhals und bestimmten Verkrampfungen der Augenmuskeln“, erklärt Reiner Benecke, der auf dem Gebiet Botolinumtoxin A Therapie bei Morbus Parkinson forscht.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Dosis, die zur Faltentherapie gezielt in bestimmte Gesichtsmuskeln eingespritzt wird, ist so hoch verdünnt, dass sie keine systemische, giftige Wirkung hat.

Als Nebenwirkung können die betreffenden Muskeln geschwächt sein – man kann am Anfang das Gefühl von schweren Augenliedern haben oder nach Injektionen im Mundbereich Schwierigkeiten mit dem Trinken.

Wirkungsdauer

Generell hält die Wirkung von Botulinumtoxin A ca. 3 – 6 Monate an. Etwa 5% der Bevölkerung sind sogenannte „non responder“. Diese Patienten haben Antikörper gegen Botox, die die gewünschte Wirkung verhindern.

Behandlung der Hyperhidrose

Botulinumtoxin A kann ebenfalls zur Behandlung von übermäßigen Schwitzen (Hyperhidrose) eingesetzt werden. Man kann es in Achseln, Handinnenflächen und Fußsohlen spritzen um dort die Schweißproduktion zu hemmen. Für diese Therapie sind zahlreichen Einstiche nötig, die über die gesamte betroffene Fläche verteilt werden. Hier wird aber zuvor eine spezielle Anästhesiecreme aufgetragen, damit die Behandlung nicht zu schmerzhaft ist.