Was ist präventive Lymphchirurgie?

Nach bestimmten Krebsbehandlungen, zum Beispiel wenn Lymphknoten entfernt oder bestrahlt werden, kann es zu einem sogenannten Lymphödem kommen. Dabei staut sich Lymphflüssigkeit im Gewebe – häufig an Armen oder Beinen. Das kann zu Schwellungen, Spannungsgefühl und Bewegungseinschränkungen führen.


Wie funktioniert das?

Während der Operation, bei der Lymphknoten entfernt werden müssen, kann ein zusätzlicher mikrochirurgischer Eingriff durchgeführt werden. Dabei werden feine Lymphgefäße mit kleinen Venen verbunden. So entsteht eine Art „Umleitung“ für die Lymphflüssigkeit, sodass sie weiterhin gut abfließen kann.


Für wen ist diese Behandlung geeignet?

Die präventive Lymphchirurgie kommt vor allem für Patientinnen und Patienten infrage:

  • bei Brustkrebs mit Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle
  • bei Tumorerkrankungen die eine Lymphknotenentfernung im Leistenbereich bedingt
  • wenn ein erhöhtes Risiko für ein Lymphödem besteht

Ob die Methode im individuellen Fall sinnvoll ist, wird immer persönlich besprochen.


Welche Vorteile hat die präventive Lymphchirurgie?

  • Kann das Risiko für ein Lymphödem deutlich reduzieren
  • Kann die Lebensqualität langfristig verbessern
  • Wird direkt mit der Tumoroperation kombiniert (kein zusätzlicher großer Eingriff nötig)

Gibt es Risiken?

Wie bei jeder Operation gibt es auch hier allgemeine Risiken wie Infektionen, Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen. Insgesamt gilt der Eingriff jedoch als schonend und gut verträglich.

Wichtig zu wissen: Trotz präventiver Maßnahmen kann ein Lymphödem in seltenen Fällen trotzdem entstehen.